Was eine christliche Eheberatung bringen soll
Eheberatungen haben sicherlich ein großes gemeinsames Ziel: Den Erhalt der Partnerschaft. Doch wo liegen die Vorzüge, Nachteile und Unterschiede einer Eheberatung im christlichen Sinne?

Die Kirche sieht in der Ehe nicht nur eine Partnerschaft zu zweit. Auch Jesus ist Bestandteil dieser Ehegemeinschaft. Eine Ehe im christlichen Sinne bedeutet, nach dem Glauben, nach Christus und nach den Sakramenten zu leben. Gemeinschaft und christliche Nächstenliebe bilden daher einen bedeutsamen Aspekt für alle verheirateten Christen. Soll eine Christen-Ehe nun geschieden werden oder befindet sich in einer schwierigen Krise, müssen die Glaubensgrundsätze des Paares bei einer christlichen Beratung geprüft werden. Die Kirche fragt daher, ob beide Partner ihre Glaubensgrundsätze verinnerlicht haben und auch danach leben. Denn eine Krise bedeutet für Christen nicht, dass aufgegeben werden darf. Das Eheversprechen und die Unauflöslichkeit der Ehe gelten dennoch. Eine Affäre des Partners wäre demnach kein Trennungsgrund für die Kirche. Nur, weil das Sexualleben eingeschlafen oder der Gesprächsbedarf innerhalb der Ehe gering ist, soll die Gemeinschaft aus christlicher Sicht nicht beendet werden. Die Kirche argumentiert an dieser Stelle, dass die zwischenmenschliche Liebe nicht stirbt, solange sie den Glauben innehat.
Die Schwierigkeit, die in einer Beratung aus christlicher Sicht besteht, ist jene, dass sich die Ehepaare meist vor Eintritt in die christliche Ehe nicht im Klaren darüber sind, was christliche Ehe bedeutet. Die kirchliche Hochzeit findet für viele Menschen allein aus romantischen oder traditionellen Gründen statt, nicht, weil der Wunsch nach einer Ehe mit und nach den Glaubensgrundsätzen angestrebt wird. Somit besteht bei nicht-christlichen Ehepaaren, die nach einer Eheberatung suchen, möglicherweise auch keine Chance auf Besserung, wenn aus christlicher Sicht beraten wird.