Alleinerziehende Mütter: Spagat zwischen Kind und Beruf
Mütter, die ihre Kinder allein erziehen, sind vielen Stressfaktoren ausgesetzt. Sie sind berufstätig, müssen nach Feierabend die Kinder versorgen und sich um den Haushalt kümmern. Der Faktor Geld ist ein ständiges Thema.

In manchen Fällen entziehen sich die Väter der Verantwortung und dann liegt es an den Müttern, deren jeweiligen Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Obwohl das Kind theoretisch sein gesetzlich verankertes Recht auf die Unterhaltszahlung genießt, ist es in der Praxis nicht immer möglich, Väter dazu zu bewegen, ihrer Pflicht nachzukommen. Viele geben vor, zu wenig zu verdienen, wieder andere sind selbst Empfänger von staatlichen Sozialleistungen, sodass man die Väter praktisch nicht belangen kann.
Um die Alleinerziehenden zu unterstützen, wurde vom Staat der Unterhaltsvorschuss geschaffen, der Müttern gezahlt wird, wenn sie keinen Unterhalt vom Kindesvater erhalten können. Dieser Vorschuss wird allerdings nur bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres gezahlt, und ab der Antragstellung für höchstens 72 Monate gewährt. Sobald die Zahlungen eingestellt werden, stehen die Mütter vor den gleichen finanziellen Problemen wie vor der Antragstellung. Alleinerziehende gehen in den meisten Fällen einer Beschäftigung nach. Da der schwierige Spagat zwischen Kindererziehung und Berufstätigkeit den Frauen kaum Gelegenheit gibt, zeitlich flexibel sein zu können, bleiben ihnen lediglich weniger gut bezahlte Stellen, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Fällt dann nach dem 12. Lebensjahr der Unterhaltsvorschuss weg, müssen die Mütter in Eigeninitiative zusehen, woher sie den Differenzbetrag erhalten.
Der nächste Schritt für die Mütter wäre es, Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu beantragen, wenn der alleinige Verdienst nicht ausreicht. Dies hat zur Folge, dass eine Frau sämtliche Finanzen offen legen und gegebenenfalls Kapitallebensversicherungen kündigen muss. Hinzu kommt, dass die öffentlichen Träger die Zahlung einer zu teuren Miete nicht übernehmen und die Familie eventuell umziehen muss. Preisgünstiger Wohnraum ist in attraktiven Wohnvierteln kaum zu finden, was die Auswahl entsprechend einschränkt.